ALEX FANTINIKunst · Disziplin · Wissen
It's a stick not a sword
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In diesem Artikel
Stock und Klinge: die Frage der Bewegung
Heute befasse ich mich mit einem kritischen Thema, das Liebhaber philippinischer Kampfkünste und europäische Stockkämpfer bisher kaum angesprochen haben: der orthophysiologischen Mechanik der Gelenkbewegungen von Handgelenk, Ellbogen und Schulter. Die Gewohnheit, die auf der orthogonalen Ebene durch die Schnittlinien beim Führen von Klingenwaffen entstehenden Winkel … mit den Winkeln der Schlaglinien handgeführter Schlagwaffen auf derselben Ebene zu verwechseln [gemeint sind stumpfe Nahkampfwaffen, keine Wurf- oder Stangenwaffen, also Rattan-, Kamagong- und Bahi-Stöcke; Schleudern, Keulen und Flegel bleiben ausgenommen …], sollte viele von uns zum Nachdenken bringen, bevor unsere Wege vollständig auseinandergehen.

Dieses Thema wird weder in Diskussionsforen noch in den Trainingshallen viel erörtert. Meiner Ansicht nach hat das sowohl funktionale als auch strategische Gründe. Beginnen wir mit den funktionalen Gründen:
(a) Manche Lehrer führen den Stock vor ihren Schülern wie eine Geißel oder einen Fächer vor, nicht wie eine Nachbildung einer Stahlwaffe;
(b) Manche Lehrer sind überzeugt, dass der Rattanstock zugleich Stock und Schwert sei;
c) Der Baston wird bisweilen als Schlagwaffe vorgestellt, dann aber wie ein Schwert im Kreis geführt.
Im Folgenden erläutere ich zunächst mit einer Vorbemerkung die Schwächen dieser Lehransätze. Danach gehe ich auf die strategischen Gründe für bestimmte Verhaltensweisen mancher Lehrer ein.

Das Werkzeug und seine didaktische Funktion
Beim Stocktraining sollte man das reale Gerät von seiner didaktischen Rolle unterscheiden. Rattan kann übertragbare Prinzipien vermitteln, doch Masse, Griff und Aufprall unterscheiden sich von einer Klinge. Die Übertragung muss geprüft werden.

Sehen wir uns die Punkte genauer an und kehren wir zur Diskussion zurück.
Kontrolle und Bewegungsgedächtnis
Zuerst die Kontrolle: Die Geschwindigkeit eines leichten Stocks beweist noch keine Wirksamkeit. Struktur, Rückführung, Schwingungen und Griffausrichtung sind zu beobachten. Stellt die Übung eine Klinge dar, bleibt die Schneidenausrichtung ein ausdrückliches Kriterium.
Zweitens das Bewegungsgedächtnis. Eine Schnittbahn mit dem Stock erzeugt nicht automatisch einen wirksamen Schlag. Ebenso bildet eine Folge mit leichtem Rattan nicht von selbst die Trägheit einer schwereren Waffe ab.
Ziele, Regeln und Vergleich
Auch Ziele verändern die Praxis. Wettkampf, Vorführung und Fechtstudium können unterschiedliche Regeln und Maßstäbe haben. Benenne das Übungsziel und bewerte Distanz, Timing, Kontrolle und Bewegungsqualität in diesem Rahmen.

In Alessandros Forschung prüft die Arbeit gegen Widerstand Entscheidungen und Prinzipien: Distanz, Schritte und Reaktionszeitpunkt. Die Intensität richtet sich nach Erfahrung, Regeln und Schutz. Kein Ergebnis rechtfertigt vermeidbares Risiko für den Partner.
Die funktionale Unterscheidung
Wo liegt nach alledem der funktionale Unterschied zwischen den beiden Methoden? Meiner Ansicht nach in der Verwechslung der Gelenkbewegungen innerhalb der Bewegungsmechanik. Einen Stock kann man nicht wie ein Schwert schwingen … man kann ihn bewegen oder allenfalls führen! Ein Stock saust durch die Luft, während ein Schwert schwingt und die Luft schneidet. Mit anderen Worten: Nur ein Schwert lässt sich als Schwert führen!
Tut mir leid, Leute, aber: „Ein Stock ist ein Stock … Er ist kein Schwert.“
Meister Alessandro Fantini (alle Rechte vorbehalten)